Gregor von Uckermann, SPD
Antworten der SPD Gröbenzell auf die Wahlprüfsteine des Bund Naturschutz zur Kommunalwahl 2026
1. Welche Vision haben Sie für Gröbenzell im Jahr 2036 – wie soll unsere Gemeinde in 10 Jahren aussehen?
Unsere Vision für Gröbenzell im Jahr 2036 ist die einer sozial gerechten, ökologisch verantwortungsvollen und lebenswerten Gartenstadt, die ihren Charakter bewahrt und zugleich zukunftsfähig weiterentwickelt wird.
Gröbenzell soll ein Ort sein, in dem bezahlbares Wohnen, kurze Wege, sichere Mobilität, vielfältige Grünstrukturen und eine starke soziale Infrastruktur selbstverständlich zusammengehören. Die Gemeinde soll bis dahin weitgehend klimaneutral arbeiten, ihre öffentlichen Gebäude energetisch saniert haben und Vorbild bei erneuerbaren Energien sein.
Bürgerbeteiligung, Transparenz und ein respektvoller Umgang mit Natur und Nachbarschaft prägen unser Verständnis von kommunaler Politik.
2. Wie wollen Sie den Gartenstadtcharakter bewahren und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum schaffen?
Die SPD Gröbenzell steht klar zum Erhalt des Gartenstadtcharakters. Außenbereichsflächen dürfen weiterhin nicht für spekulativen Wohnungsbau herangezogen werden.
Gleichzeitig sehen wir die soziale Verpflichtung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dies gelingt aus unserer Sicht durch: maßvolle Nachverdichtung im Bestand, Aufstockungen statt Flächenverbrauch, konsequente Nutzung kommunaler Grundstücke für gemeinwohlorientierte Wohnprojekte, Zusammenarbeit mit der kreiseigenen Wohnbaugesellschaft.
Wohnen darf kein Luxusgut werden – insbesondere für Familien, Auszubildende, Pflegekräfte und ältere Menschen.
3. Welche Rolle sollen Nachverdichtung und grüne Infrastruktur spielen?
Nachverdichtung ist für uns kein Selbstzweck, sondern nur akzeptabel, wenn sie mit klaren ökologischen Qualitätsstandards verbunden ist.
Grüne Infrastruktur – Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung, Baumpflanzungen – muss integraler Bestandteil künftiger Bebauungspläne sein.
Wir setzen uns dafür ein, dass Begrünungsmaßnahmen rechtlich verbindlich festgesetzt und kommunal gefördert werden, insbesondere dort, wo zusätzliche Bebauung erfolgt.
4. Wie wollen Sie verhindern, dass sich der Trend der Schottergärten verfestigt?
Schottergärten widersprechen dem Leitbild der Gartenstadt. Dafür braucht :
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- es eine konsequente Anwendung der Freiflächengestaltungssatzung,
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- verstärkte Beratung und Aufklärung,
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- Vorbildfunktion der Gemeinde bei eigenen Flächen,
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- Zusammenarbeit mit Bund Naturschutz, Gartenbauverein und Schulen.
Entscheidend ist es, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass naturnahe Gärten als Mehrwert verstanden werden.
5. Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um Gröbenzell bis 2035 klimaneutral zu machen?
Wir halten das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 für ambitioniert, aber notwendig. Dafür braucht es:
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- ein dauerhaft verankertes kommunales Klimaschutzmanagement,
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- beschleunigte energetische Sanierung kommunaler Gebäude,
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- konsequenten Ausbau von Photovoltaik auf öffentlichen und privaten Dächern,
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- Reduktion des motorisierten Individualverkehrs durch attraktive Alternativen
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- enge Kooperation mit KommEnergie, Landkreis und Nachbargemeinden.
Klimaschutz muss sozial gestaltet werden und alle mitnehmen.
6. Soll Gröbenzell sich an Windkraftprojekten im Landkreis beteiligen?
Ja. Die SPD Gröbenzell befürwortet eine kommunale Beteiligung an Windkraftprojekten, sofern diese landschaftlich verträglich, rechtssicher und mit Bürgerbeteiligung umgesetzt werden. Regionale Wertschöpfung und kommunale Mitbestimmung sind dabei zentrale Kriterien.
7. Wie wollen Sie die energetische Sanierung kommunaler Bestandsgebäude fördern?
Die Gemeinde soll hier Vorbild sein. Dafür benötigen wir systematische Sanierungsfahrpläne für alle kommunalen Gebäude unter Berücksichtigung des Energienutzungsplans, Nutzung von Förderprogrammen, eine enge Kooperation mit KommEnergie und ein transparentes Berichtswesen.
Langfristig senkt energetische Sanierung Kosten und Emissionen zugleich.
8. Sehen Sie Potenzial für eine verkehrsberuhigte Ortsmitte?
Ja. Eine attraktive und sichere Ortsmitte ist ein zentrales Ziel der SPD Gröbenzell. Bei der schrittweisen Umgestaltung der Kirchen- und Bahnhofstraße wollen wir mehr Aufenthaltsqualität schaffen und sichere Wege für Fuß- und Radverkehr schaffen. Es gilt Fußgänger, ältere Menschen und Kinder besonders zu schützen. Wichtig ist es auch zu entsiegeln und zu begrünen. Die Anwohnerinnen und Anwohner sind eng zu beteiligen.
9. Wie stehen Sie zur Beleuchtung des Fahrradweges nach Olching?
Wir begrüßen eine begrüßen eine Beleuchtung des Fahrradweges nach Olching. Es müssen Naturschutzbelange berücksichtigt werden und energiesparende sowie insektenfreundliche Beleuchtung eingesetzt werden. Hierfür braucht es eine partnerschaftliche Abstimmung mit der Stadt Olching.
10. Befürworten Sie Parkraummanagement?
Wir stehen Parkraummanagement differenziert gegenüber. Pauschale Lösungen lehnen wir ab. In besonders belasteten Bereichen können Anwohnerregelungen oder Kurzzeitparkzonen sinnvoll sein, wenn sie verhältnismäßig, rechtssicher und sozial ausgewogen sind.
11. Welche Rolle sollen Elektromobilität, Carsharing und ÖPNV spielen?
Sie sind zentrale Bausteine der Verkehrswende. Dafür benötigen wir eine gute Ladeinfrastruktur, die Förderung von Carsharing-Angeboten, dichtere Taktung von Buslinien und eine gute regionale Vernetzung von Angeboten. Die Mobilitätsstationen sind hierfür ein wichtiger Baustein.
12. Wie wollen Sie die Fahrradunterführung am Ascherbach/Fischerweg ertüchtigen?
Wir sehen hier dringenden Handlungsbedarf. Ziel ist eine sichere, barrierearme und gut einsehbare Unterführung, insbesondere für Kinder und mobilitätseingeschränkte Menschen.
13. Planen Sie ein Konzept für sichere Mobilität für alle?
Ja. Die SPD Gröbenzell unterstützt ein integriertes Mobilitätskonzept mit besonderem Fokus auf Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderung. Denn Verkehrssicherheit ist eine soziale Frage.
14. Wie wollen Sie die Baumschutzverordnung weiterentwickeln?
Bäume prägen das Ortsbild Gröbenzells und sind für den Klimaschutz unverzichtbar. Die SPD hat die Baumschutzverordnung eingeführt und gestärkt. Wir setzen uns für eine konsequente Anwendung und gute Beratung ein. Bei der Anwendung Baumschutzverordnung soll darauf wertgelegt werden, dass Nachpflanzungen sichergestellt werden.
15. Welche Schritte zur Renaturierung von Bächen und Gräben planen Sie?
Wir unterstützen Renaturierungsmaßnahmen dort, wo sie ökologisch sinnvoll und technisch möglich sind – insbesondere zur Verbesserung von Hochwasserschutz und Biodiversität.
Ein zentrales Instrument sehen wir dabei im gezielten Ankauf von Uferstreifen an geeigneten Stellen. Hierfür muss die Gemeinde muss konsequent alle naturschutzrechtlichen Vorkaufsrecht ausüben, um Uferstreifen in öffentliche Hand zu überführen. Durch kommunales Eigentum an sensiblen Uferbereichen können Renaturierungsmaßnahmen, naturnahe Entwicklung, Gewässerpflege sowie der Schutz vor weiterer Versiegelung langfristig gesichert werden.
Ziel ist es, an ausgewählten Abschnitten ausreichend breite, naturnah gestaltete Gewässerrandstreifen zu schaffen, die sowohl ökologische Funktionen erfüllen als auch zur Klimaanpassung beitragen. Dabei sollen Förderprogramme von Land und Bund konsequent genutzt werden.
16. Wie stehen Sie zu einem neuen Naturlehrpfad?
Sehr positiv. Ein Naturlehrpfad ist eine niedrigschwellige Möglichkeit, Umweltbildung und Naherholung zu verbinden. Wir unterstützen eine Umsetzung in Kooperation mit Schulen und Verbänden.
17. Soll der Flächenverbrauch aktiv begrenzt werden?
Ja. Entsiegelung und flächensparendes Bauen sind für uns zentrale Leitlinien kommunaler Planung. Neben Entsiegelungsmaßnahmen im Siedlungsbereich sehen wir auch im Erhalt und in der Sicherung naturnaher Flächen entlang der Gewässer einen wichtigen Beitrag zur Begrenzung des Flächenverbrauchs.
Der gezielte Ankauf von Uferstreifen ermöglicht es der Gemeinde, diese Flächen dauerhaft dem Natur- und Hochwasserschutz zu widmen und sie einer weiteren baulichen oder funktionalen Verdichtung zu entziehen.
18. Wie fördern Sie Abfallvermeidung?
Abfallvermeidung ist eine Alltagsaufgabe. Die Gemeinde kann dies durch die Unterstützung des Repair-Cafés, Bewerbung von Mehrwegkonzepten, Aufklärung und eigene Vorbildfunktion unterstützen.
19. Wie wollen Sie Kinder und Jugendliche einbinden?
Natur- und Umweltbildung ist Zukunftspolitik. Dies gelingt uns durch die Kooperation mit Schulen, Bildungsangebot der Bücherei, Naturlehrpfade, Beteiligungsprojekte und die Einbindung des Jugendbeirats.
20. Wie wollen Sie Gröbenzell als Fairtrade-Gemeinde weiterentwickeln?
Fairtrade bleibt für uns ein wichtiges Signal für globale Verantwortung. Wir unterstützen den weiteren Ausbau in Schulen, Vereinen und der Gemeindeverwaltung, um der Fairtrade-Gemeinde gerecht zu werden.
21. Wie stellen Sie sich stärkere Bürgerbeteiligung vor?
Durch frühzeitige Information, Bürgerwerkstätten, digitale Beteiligungsformate und transparente Entscheidungsprozesse.
22. Befürworten Sie Bio- und regionale Lebensmittel in Einrichtungen?
Ja. Wo immer möglich, sollen Bio- und regionale Produkte eingesetzt werden – unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen.

