1. Welche Vision haben Sie für Gröbenzell im Jahr 2036 – wie soll unsere Gemeinde in 10 Jahren aussehen?

Dr. Daniel Holmer: will das Zentrum grüner und attraktiver gestalten, die Kreuzungen an Olchinger- und Augsburgerstraße optimieren, gemeindliche Gebäude sanieren und Klimaemissionen senken.

Claudia O´Hara-Jung: erwartet Innenentwicklung des Ortes, Gartenstadtcharakter bleibt prägend. Autos nicht mehr prägend, Ortsmitte beleben, Angebote für Jung und Alt.

Alisa Riechmann: Geht davon aus, dass die Bevölkerungszahl weiter steigt und will die Entwicklung gestalten (Anmerkung der Redaktion: seit rund 7 Jahren ist die Einwohnerzahl rückläufig). Ihr ist wichtig, dass die Gemeinde finanziell handlungsfähig bleibt und will dafür die Gewerbeentwicklung aktiv steuern.

Gregor von Uckermann: bekennt sich zu einer Vision einer sozial gerechten, ökologisch verantwortungsvollen und lebenswerten Gartenstadt mit bezahlbarem Wohnen, kurzen Wegen, sicherer Mobilität.

Jens Wäcken: Gröbenzell soll 2036 eine lebenswerte, umweltfreundliche und familienfreundliche Gartenstadt sein, klimafest, sozial ausgewogen und wirtschaftlich solide.

  1. Angesichts steigender Mieten und wachsendem Siedlungsdruck: Wie wollen Sie den Gartenstadtcharakter bewahren und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum schaffen?

Dr. Daniel Holmer: gemeindliche Grundstücke nutzen für bezahlbaren Wohnraum, Baurecht ändern: in die Höhe statt in die Breite bevorzugen, Leerstand bekämpfen

Claudia O´Hara-Jung: Bezahlbarer Wohnraum in Gröbenzell kaum realistisch, Gemeinde gibt Beratung und Konzepte für genossenschaftliches Bauen, Zusammenarbeit mit Maklern.

Alisa Riechmann: weist mehrfach auf das vermutete Wachstum hin und will klug gesteuerte Nachverdichtung, das den grünen Gartenstadtcharakter bewahrt.

Gregor von Uckermann: er steht für den Erhalt des Gartenstadtcharakters durch maßvolle Nachverdichtung im Bestand, Aufstockungen und Nutzung kommunaler Grundstücke für gemeinwohlorientierte Wohnprojekte.

Jens Wäcken: für maßvolle, weitsichtige Nachverdichtung statt Flächenfraß. Bezahlbarer Wohnraum soll durch kommunale Grundstückspolitik, genossenschaftliches Bauen und geförderten Wohnungsbau entstehen, ohne großflächige Versiegelung oder den Verlust wertvoller Gärten und Grünflächen.

  1. Welche Rolle sollen Nachverdichtung und grüne Infrastruktur (z. B. Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung) in der Ortsentwicklung spielen?

Dr. Daniel Holmer: Entsiegelungen fördern, Dach- und Fassadenbegrünung anregen, Bebauungspläne ändern

Claudia O´Hara-Jung: Entsiegelungsprämie und Vorgaben in den Bebauungsplänen.

Alisa Riechmann: Verweist wieder auf Wachstum durch Innenverdichtung und will Ausgleich durch Entsiegelungen und Begrünung schaffen.

Gregor von Uckermann: er will Nachverdichtung nur mit klaren ökologischen Qualitätsstandards. Grüne Infrastruktur – Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung, Baumpflanzungen – muss integraler Bestandteil künftiger Bebauungspläne sein.

Jens Wäcken: Nachverdichtung notwendig aber mit grüner Infrastruktur kombiniert werden. Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung, Baumerhalt und Regenwassermanagement, Entlastung der Kanalisation bei Starkregen.

  1. Wie wollen Sie verhindern, dass sich der Trend der Schottergärten verfestigt?

Dr. Daniel Holmer: Informationen zu nachhaltiger Gartengestaltung, Gartenbauunternehmen einbinden.

Claudia O´Hara-Jung: Förderzuschüsse für Rückbau beibehalten, Information und Beratung der Bevölkerung

Alisa Riechmann: Verweist auf Unzulässigkeit per Satzung, will aber Eigentümern Entscheidungsfreiheit geben.

Gregor von Uckermann: „Schottergärten widersprechen dem Leitbild der Gartenstadt“. Er will eine konsequente Anwendung der Freiflächengestaltungssatzung, verstärkte Beratung und Aufklärung,

Jens Wäcken: befürwortet aufklärendes Vorgehen gegen Schottergärten im Rahmen der Baugenehmigung durch die Gemeinde. Durch Aufklärung ist oft mehr erreicht, als durch Verbote!

  1. Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um Gröbenzell bis 2035 klimaneutral zu machen?

Dr. Daniel Holmer: kommunale Wärmeplanung schnell zu Ende bringen, gemeindliche Gebäude energetisch sanieren, Freiflächen-Photovoltaik auf freien Flächen an der Bahn.

Claudia O´Hara-Jung: Quartiere für kleinräumige Wärmenetze identifizieren, Angebote für Bürger z.B. Mietwärmepumpen, „Check dein Haus-Kampagne“, Beratung und Information z.B. über Klima³-Energie-Agentur.

Alisa Riechmann: Bekennt sich zum Ziel der Klimaneutralität. Als Ansätze sieht sie kommunale Energie- und Wärmeplanungen, energetische Sanierung gemeindlicher Gebäude und die Förderung klimafreundlicher Mobilität.

Gregor von Uckermann: hält das Ziel für ambitioniert aber notwendig. Für ein kommunales Klimaschutzmanagement, beschleunigte energetische Sanierung kommunaler Gebäude und Ausbau von Photovoltaik auf öffentlichen und privaten Dächern.

Jens Wäcken: Klimaneutralität sei ambitioniert und ein wichtiges Ziel. Setzt auf Ausbau erneuerbarer Energien, energetische Sanierung kommunaler Gebäude, klimafreundliche Mobilität wo möglich, Förderung privater Maßnahmen durch Beratung und Kooperationen.

  1. Soll Gröbenzell sich an Windkraftprojekten im Landkreis beteiligen?

Dr. Daniel Holmer: Beteiligung an Projekten im Landkreis prüfen, idealerweise über Bürgerenergiegenossenschaften

Claudia O´Hara-Jung: Ja, auch in Westallianz-Kommunen, Beteiligungs-Erträge mit Zweckbindung.

Alisa Riechmann: Steht der Windenergie offen gegenüber, hinterfragt aber die Wirtschaftlichkeit und würde nur bei langfristiger Wirtschaftlichkeit zustimmen (Anmerkung der Redaktion: bestehende Windkraftanlagen im Landkreis sind sehr rentabel, deutlich über der Erwartung).

Gregor von Uckermann: Ja, wir befürworten eine kommunale Beteiligung an Windkraftprojekten, sofern diese landschaftlich verträglich, rechtssicher und mit Bürgerbeteiligung umgesetzt werden.

Jens Wäcken: Ja, grundsätzlich sofern Standort, Wirtschaftlichkeit, Naturschutz und Akzeptanz der Bevölkerung gegeben sind. Kommunale Beteiligung stärkt Wertschöpfung vor Ort.

  1. Wie wollen Sie die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden stärker fördern (z.B. durch kommunale Anreize, Beratung, Kooperation mit KommEnergie)?

Dr. Daniel Holmer: Beratung und Information verbessern, z.B. über Kommenergie und Klima³-Agentur, Vereinheitlichung der Bebauungspläne.

Claudia O´Hara-Jung: Umsetzung von klaren Empfehlungen im Energienutzungsplan und Inanspruchnahme der Fördermittel

Alisa Riechmann: Befürwortet die energetische Sanierung kommunaler Bestandsgebäude, priorisiert nach Bestandsanalyse. Kommunale Anreize für private Häuser hält sie nicht für sinnvoll.

Gregor von Uckermann: Gemeinde soll Vorbild sein. Nötig seien systematische Sanierungsfahrpläne für alle kommunalen Gebäude unter Berücksichtigung des Energienutzungsplans, Nutzung von Förderprogrammen, Kooperation mit KommEnergie. Energetische Sanierung senkt Kosten und Emissionen.

Jens Wäcken: möchte Sanierungen vorantreiben. Erstellung eines Sanierungsfahrplan für die kommenden 10 Jahre, Fördermittelakquise, Kooperation mit KommEnergie und gezielte Beratungsangebote auch für private Eigentümer.

  1. Sehen Sie Potenzial für eine verkehrsberuhigte Ortsmitte (Bahnhofstraße/Kirchenstraße) und wenn ja, wie soll diese gestaltet werden?

Dr. Daniel Holmer: ja, durch verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche (Tempo 20), Verschwenkungen in der Kirchenstraße, Kiss&Ride-Parkplatz, attraktive Aufenthaltsfläche, Bus 832 in Kirchenstraße

Claudia O´Hara-Jung: Gröbenzell hat beste örtliche Voraussetzungen für eine ansprechend gestaltetet Ortsmitte. Es braucht weniger Autoverkehr, mehr grün, Einrichtungen für eine bessere Aufenthaltsqualität für Alt und Jung, Wasser, Trinkbrunnen, schattige Plätze.

Alisa Riechmann: spricht sich gegen „vollständige Verkehrsberuhigung oder Fußgängerzone“ aus. Will den Verkehr „ordnen und entzerren“, die Tiefgarage des Rathauses für jedermann öffnen.

Gregor von Uckermann: Ja, eine attraktive und sichere Ortsmitte ist ein zentrales Ziel. Bei der Umgestaltung der Kirchen- und Bahnhofstraße wollen wir mehr Aufenthaltsqualität schaffen und sichere Wege für Fuß- und Radverkehr schaffen.

Jens Wäcken: für eine schrittweise Verkehrsberuhigung mit Erhöhung der Aufenthaltsqualität. Ein Verzicht an Parkplätzen aus seiner Sicht nicht sinnvoll. Verkehrsberuhigt bedeute für ihn Tempo 20 für die Kirchenstraße. Planung zur Bahnhofstrasse neu überdenken. Busse und LKW´s müssen darüber Gröbenzell weiterhin gut versorgen können.

  1. Wie stehen Sie zu einer Beleuchtung des Fahrradweges nach Olching? Würden Sie hier Gespräche mit der Stadt Olching aufnehmen?

Dr. Daniel Holmer: Beleuchtung sehr wünschenswert, kostengünstig solarbetrieben möglich, Gespräch mit Olching.

Claudia O´Hara-Jung: Ich würde mit dem staatlichen Bauamt sprechen und ggf. bewegungsabhängige LED-Leuchten favorisieren (Anmerkung der Redaktion: für den Radweg neben der Straße sind die Kommunen zuständig, nicht das staatliche Bauamt). 

Alisa Riechmann: Fordert eine Abwägung von Kosten und Nutzen. Umsetzung nur wenn klarer Bedarf besteht und Sicherheitsgewinn nachweisbar ist.

Gregor von Uckermann: Begrüßt eine Beleuchtung des Fahrradweges nach Olching. Naturschutz- und insektenfreundliche energiesparende Beleuchtung eingesetzt soll werden in Abstimmung mit der Stadt Olching.

Jens Wäcken: befürwortet ich eine sichere Lösung für Fahrradfahrer und Fußgänger. Der gesamte Radweg liegt nicht auf Gröbenzeller Flur (Anmerkung der Redaktion: etwa 10 % gehören zu Gröbenzell). Die Kosten seien nicht auf Gröbenzeller Seite – nur bedingte Möglichkeiten.

  1. Befürworten Sie die Einführung von Parkraummanagement (z. B. Anwohnerparken, Kurzzeitparkzonen) zur Reduzierung des Straßenparkens?

Dr. Daniel Holmer: in Wohngebieten rechtlich schwierig, Vorschlag im Zentrum die Parkzeit zu verkürzen.

Claudia O´Hara-Jung: befürwortet Kurzzeitparkzonen in der Ortsmitte und an der Staatsstraße.

Alisa Riechmann: Hält Parkraummanagement oder Anwohnerparkregelungen nicht für sinnvoll.

Gregor von Uckermann: Sieht Parkraummanagement differenziert, ist gegen pauschale Lösungen. In manchen Bereichen für Anwohnerregelungen oder Kurzzeitparkzonen sinnvoll, sofern rechtssicher und sozial ausgewogen.

Jens Wäcken: Parkraummanagement sei ein sinnvolles Instrument, wenn fair, sozial ausgewogen und schrittweise eingeführt.

  1. Welche Rolle sollen Elektromobilität, Carsharing und öffentlicher Nahverkehr in der zukünftigen Mobilitätsstrategie spielen?

Dr. Daniel Holmer: wohnortnahe Lademöglichkeiten auch durch private Firmen, Carsharing ausbauen, Verbesserung Bus 832.

Claudia O´Hara-Jung: in einer künftigen Mobilitätsstrategie sollen Ausbau Carsharing, Mobilitäts-Hubs, Leihräder, Servicestationen für Räder und E-Ladepunkte auf kommunalen Flächen Rollen spielen, öffentlicher Nahverkehr soll ausgeweitet werden.

Diese drei Bereiche sollen eine große Rolle in der zukünftigen Mobilitätsstrategie spielen. Seit 30 Jahren gibt es am Bahnhof (Parkplatz ÄFS) die Carsharing- Station von „Statt Auto“ – dies gilt es auszubauen (ggf. auch mit anderen Anbietern); Mobilitäts-Hubs sind für die Ortsmitte geplant (mit Carsharing, Leihrädern, Servicestationen für Räder); E-Ladepunkte auf kommunalen Flächen sind vermehrt einzurichten bzw. auszuschreiben; Unterstützung der Bevölkerung durch Beratung für Einrichtung von E-Ladepunkten in privaten Tiefgaragen; öffentlicher Nahverkehr soll ausgeweitet werden.

Alisa Riechmann: Sieht Ausbau der Ladeinfrastruktur als sinnvoll an, fordert aber Technologieoffenheit für Antriebsformen.

Gregor von Uckermann: gute Ladeinfrastruktur, Carsharing-Angebote und dichtere Taktung von Buslinien sind zentrale Bausteine der Verkehrswende.

Jens Wäcken: Ausbau der Ladeinfrastruktur, Stärkung von Carsharing, bessere ÖPNV-Anbindung und Taktung seien zentral.

  1. Welche Möglichkeiten zur Ertüchtigung der Fahrradunterführung am großen Ascherbach/Fischerweg sehen Sie?

Dr. Daniel Holmer: bequemer Ausbau zu teuer, kleine Lösung (Fahrrad schieben) wünschenswert

Claudia O´Hara-Jung: Sieht keine Möglichkeit die Situation zu verbessern.

Alisa Riechmann: Will Investitionen nur dort, wo es Probleme gibt und sich ein Mehrwert für den Alltag ergibt.

Gregor von Uckermann: sieht dringenden Handlungsbedarf für eine sichere, barrierearme und gut einsehbare Unterführung.

Jens Wäcken: sieht Handlungsbedarf. Planung habe zu keinem Ergebnis geführt, u.a. wegen finanzieller Situation. Bessere Beleuchtung, Entwässerung, Barrierefreiheit und subjektive Sicherheit sollten trotzdem Ziel sein.


  1. Planen Sie ein Konzept, welches es vor allem Kindern, Menschen mit Behinderung und älteren Menschen ermöglicht, sich gefahrlos im öffentlichen Verkehr und Straßenraum zu bewegen?

Dr. Daniel Holmer: Schulwegeplan reaktivieren, Fußgänger bei Verkehrsplanung immer mitdenken, Abstimmung mit Senioren-, Inklusions- und Elternbeiräten.

Claudia O´Hara-Jung: Bestehende Konzepte umsetzen, Verbesserungen schrittweise realisieren, Schulweghelfer für Bernhard-Rössner-Schule

Alisa Riechmann: sie will gezielte praxisnahe Maßnahmen und Umsetzung bestehender Regeln z.B. gegen falschparkende Fahrzeuge.

Gregor von Uckermann: für ein integriertes Mobilitätskonzept mit besonderem Fokus auf Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderung. Denn Verkehrssicherheit ist eine soziale Frage.

Jens Wäcken: er plane ein integriertes Mobilitäts- und Sicherheitskonzept mit Fokus auf Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung.


  1. Wie wollen Sie die Baumschutzverordnung weiterentwickeln und konsequent umsetzen? Die Landeshauptstadt München plant ja gerade eine Reform, die durchaus als Vorbild für eine weitere Verbesserung des Baumschutzes dienen kann.

Dr. Daniel Holmer: viele Ideen aus München in Gröbenzell bereits umgesetzt, Reform in Gröbenzell nicht nötig, aktuelle Fassung auf Initiative der Grünen, Durchsetzung kontrollieren.

Claudia O´Hara-Jung: Münchner Regelungen in Gröbenzell teils schon gültig. Schlägt Kaution vor, die nach belegter Nachpflanzung zurückgezahlt würde.

Alisa Riechmann: Sie stellt sich klar gegen eine Verschärfung der Baumschutzverordnung und will einen „verhältnismäßigen Baumschutz ohne Freiheit, Eigentum und Entwicklungsmöglichkeiten unnötig einzuschränken“.

Gregor von Uckermann: Bäume prägen das Ortsbild Gröbenzells und sind für den Klimaschutz unverzichtbar. Er spricht sich für eine konsequente Anwendung und gute Beratung aus. Nachpflanzungen sollen sichergestellt werden.

Jens Wäcken: befürwortet eine Weiterentwicklung mit klareren Regeln, besserer Kontrolle und Ausgleichsmaßnahmen.

  1. Welche Schritte wollen Sie zur Renaturierung der Bäche und Gräben in Gröbenzell unternehmen, um Hochwasserschutz und Biodiversität zu verbessern?

Dr. Daniel Holmer: Schaffung von Renaturierungs- und Überschwemmungsflächen im Oberlauf des Gröbenbachs, etwa auf der Gröbenbachwiese, Ausbaggern ist schädlich, Beaver-Schutzschlauch erweitern.

Claudia O´Hara-Jung: will Ufergrundstücke ankaufen, wenn möglich. Entsiegelung von Ufern, naturnahe Ufer schaffen, für Grünpatenschaften dort werben, Bewusstsein schaffen.

Alisa Riechmann: hält Möglichkeiten der Bachrenaturierung für begrenzt, sieht es aber als sinnvoll an, den Abfluss zu verlangsamen. Sie will auch technische Lösungen wie Rückhalte- und Versickerungsbereiche.

Gregor von Uckermann: unterstützt Renaturierungsmaßnahmen dort, wo ökologisch sinnvoll und technisch möglich – insbesondere zur Verbesserung von Hochwasserschutz und Biodiversität.

Jens Wäcken: für naturnahe Umgestaltungen, wo immer möglich. Entsiegelung, Rückhalteräume und ökologische Aufwertung wären Schwerpunkte. Maßnahmen müssen mit Hochwasserschutz und Grundstücksrechten vereinbar sein.

  1. Wir hatten in den 2000er Jahren einen Naturlehrpfad in dem Wäldchen hinter der Gröbenbachschule. Da Gröbenzell nicht über viele naturnahe Gebiete verfügt, wäre ein neuer Naturlehrpfad eine gute Lösung. Wie stehen Sie dazu?

Dr. Daniel Holmer: Naturlehrpfad wiederbeleben, Ausweisung eines Schutzgebietes.

Claudia O´Hara-Jung: sieht Naturlehrpfad kritisch, will die Fläche lieber sich selbst überlassen. Für Schulklassen gemeinsame Pflanzaktionen, Schulgartenpflege.

Alisa Riechmann: kann sich an den Naturlehrpfad erinnern, für einen neuen Pfad verlangt sie klare Vertragsgrundlagen mit den Grundeigentümern.

Gregor von Uckermann: einen Naturlehrpfad sieht er positiv als eine niedrigschwellige Möglichkeit, Umweltbildung und Naherholung zu verbinden.

Jens Wäcken: steht einem neuen Naturlehrpfad positiv gegenüber, in Kooperation mit Schulen, Vereinen und dem Bund Naturschutz. Umweltbildung vor Ort ist ein großer Gewinn. Vorstellbar wäre ein Naturlehrpfad entlang des Gröbenbachs von Bernard-Rössner-Schule bis zur Gröbenbachschule.

  1. Soll die Gemeinde den Flächenverbrauch aktiv begrenzen, etwa durch ein kommunales Entsiegelungsprogramm?

Dr. Daniel Holmer: Ja, siehe Antwort auf Frage 3.

Claudia O´Hara-Jung: Ja, verweist auf vorhandene Prämie.

Alisa Riechmann: Unterstützt kommunales Entsiegelungsprogramm, insbesondere aus Basis von Freiwilligkeit und finanziellen Anreizen.

Gregor von Uckermann: Entsiegelung und flächensparendes Bauen seien wichtig, ebenso die Sicherung naturnaher Flächen entlang der Gewässer.

Jens Wäcken: befürwortet ein kommunales Entsiegelungs- und Begrünungsprogramm. Entsiegelungsprogramm für Bürger solle fortgesetzt werden, evtl. mit mehr Geld, hängt von den Finanzen ab.

  1. Wie wollen Sie die Abfallvermeidung in Gröbenzell fördern (z. B. Mehrwegangebote, Repair-Cafés, Unverpackt-Konzepte, vermehrte Aufklärung)?

Dr. Daniel Holmer: Unverpackt-Konzepte unterstützen, wohnortnahe Kunststoffsammelstellen, Holsystem für Grüngut.

Claudia O´Hara-Jung: Mehr Öffentlichkeitsarbeit, Kreislaufangebote, Angebote wie Repair-Cafe und Geschirrverleih BN unterstützen.

Alisa Riechmann: unterstützt Initiativen wie das RepairCafe, sowie Mehrwegkonzepte, Abfallvermeidung und Aufklärung über Mülltrennung.

Gregor von Uckermann: Gemeinde hat Vorbildfunktion, etwa durch Unterstützung des Repair-Cafés, Bewerbung von Mehrwegkonzepten und Aufklärung.

Jens Wäcken: Unterstützung von Repair-Cafés, Mehrweg- und Unverpackt-Initiativen, gezielte Öffentlichkeitsarbeit, Vorbildfunktion der Gemeinde

  1. Wie wollen Sie Kinder und Jugendliche stärker in Natur- und Umweltbildung einbinden (z. B. Naturlehrpfad, Grünes Klassenzimmer, Kooperation mit Schulen)?

Dr. Daniel Holmer: lobt BN-Kinder- und Jugendgruppen, Umweltunterricht in Grundschulen, Naturlehrpfad siehe oben.

Claudia O´Hara-Jung: Kooperation mit Dachauer Moos-Verein und Jugendbeirat, Öffentlichkeitsarbeit auf social media und „Zero Waste-Schulprojekte“

Alisa Riechmann: „Kinder und Jugendliche sollten Natur und Umwelt praktisch und altersgerecht erleben können“. Sie befürwortet Kooperationen mit lokalen Initiativen und Ehrenamtlichen.

Gregor von Uckermann:  Kooperation mit Schulen, Bildungsangebot der Bücherei, Naturlehrpfade, Beteiligungsprojekte und die Einbindung des Jugendbeirats.

Jens Wäcken: Kooperationen mit Schulen und Kitas, Naturprojekte (im Klassenrahmen auf Schul- oder Gemeindegelände z.B. Blumenwiese, etc.), Beteiligung Jugendlicher an konkreten Umweltmaßnahmen.

  1. Wie wollen Sie Gröbenzell als Fairtrade-Gemeinde weiterentwickeln?

Dr. Daniel Holmer: Steuerungsgruppe Fairtrade wiederbeleben.

Claudia O´Hara-Jung: Mehr Fairtrade Produkte in kommunalen Einrichtungen, Steuerungsgruppe aktivieren.

Alisa Riechmann: Sie unterstützt das Fairtrade-Engagement ausdrücklich und sieht Potential durch die Vernetzung lokaler Akteure.

Gregor von Uckermann: Fairtrade sei ein wichtiges Signal für globale Verantwortung. Für den weiteren Ausbau in Schulen, Vereinen und der Gemeindeverwaltung.

Jens Wäcken: will den Fairtrade-Gedanken weiter ausbauen. Mehr faire Produkte, stärkere Vernetzung mit Handel und Vereinen, mehr Öffentlichkeitsarbeit.

  1. Wie stellen Sie sich eine stärkere Bürgerbeteiligung in Umweltfragen vor
    (z. B. digitale Beteiligung, Bürgerwerkstätten)?

Dr. Daniel Holmer: stärkere Bürgerbeteiligung z.B. über Bürgerräte, Bürgerbudget für Umwelt- und Klimaprojekte schaffen.

Claudia O´Hara-Jung: Bürgerwerkstätten weiterhin durchführen, Informationsveranstaltungen anbieten, Umweltbeirat installieren, Einsatz von Bürgerräten prüfen.

Alisa Riechmann: „Mehr Demokratie und mehr Bürgerbeteiligungen verbessern politische Entscheidungen“. Sie will digitale Beteiligungsangebote schaffen.

Gregor von Uckermann: frühzeitige Information, Bürgerwerkstätten, digitale Beteiligungsformate und transparente Entscheidungsprozesse.

Jens Wäcken: Bürgerwerkstätten dienen nur zum Teil und leider sind meist immer dieselben Personen anwesend. Digitale Beteiligungsformate sind wohl künftig die bessere Alternative.

  1. Befürworten Sie den Einsatz von Bio- und regionalen Lebensmitteln in Kitas, Schulen und gemeindlichen Einrichtungen?

Dr. Daniel Holmer: ausdrückliche Befürwortung

Claudia O´Hara-Jung: Ja, absolut.

Alisa Riechmann: Unterstützt Einsatz von Bio- und regionalen Produkten, Eltern dürften aber nicht höher finanziell belastet werden.

Gregor von Uckermann: wo immer möglich, sollen Bio- und regionale Produkte eingesetzt werden.

Jens Wäcken: befürwortet einen höheren Anteil regionaler und biologischer Produkte in Kitas, Schulen und gemeindlichen Einrichtungen unter Berücksichtigung von Kosten und Versorgungssicherheit.